Lichtergottesdienst zum Volkstrauertag

Der Gottesdienst zum Volkstrauertag fand in unserer Gemeinde dieses Jahr in einer besonderen Form und Stimmung statt.

In den vergangenen Jahren hat unsere Gemeinde schön öfters ein Lichterfest bzw. einen Lichtergottesdienst veranstaltet. Doch in diesem Jahr sollte dieses besondere Erleben einmal am Volkstrauertag stattfinden.

Anstatt wie gewohnt um 10 Uhr den Gottesdienst zu erleben, wurde der Gottesdienst diesmal ausnahmsweise auf 16 Uhr am Nachmittag verlegt. Bereits seit 13:30 Uhr fanden sich die Sängerinnen und Sänger unseres Gemeindechors ein, um gemeinsam für das anstehende und mittlerweile 19. Adventskonzert in Folge zu proben. Auch die ersten Kinder kamen bereits um diese Zeit und konnten gemeinsam unter Anleitung schöne Laternen basteln. Währenddessen nutzen etliche unserer Nichtsänger die Zeit und backten fleißig eine Waffel nach der anderen anhand der verschiedensten Rezepturen oder brachten sie bereits von daheim mit, wodurch die Kirche mit einem angenehmen Duft erfüllt war. Gegen 15 Uhr war die Probe der Sänger zu Ende, so dass auch sie und alle anderen die herbeigeeilt waren gemütlich und entspannt die frischen Waffeln mit ein bisschen Puderzucker, Marmelade oder Schokoaufstrich genießen konnten. Es war mehr als genug da, so dass auch nach dem Gottesdienst noch reichlich die Möglichkeit bestand zu zugreifen.

In Vorbereitung auf den Gottesdienst wurde der Kirchensaal abgedunkelt auf ein Minimum an notwendigem Licht, so dass er fast nur noch durch den Schein der vielen Kerzen erhelt war. Während draußen die Abenddämmerung einsetzte hielt unser Vorsteher den 69 Anwesenden, darunter 5 Gästen, den Gottesdienst mit einem Bibelwort aus 2. Korinther 1,7: "Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben." Er und ein mitdienender Priester stellten in ihrer Predigt hervor, dass wir mit dem Gekreuzigten leiden, wenn wir ringen, um trotz allem Schmerz treu zu bleiben, auch wenn wir Gott nicht verstehen. Dabei wiesen sie auf das Bild hin das Paulus verwendet hat, indem er die Gemeinde als einen Leib versteht, dessen einzelne Glieder in Freude und Leid miteinander verbunden sind. Quelle unseres Trostes ist aber vorallem die Hoffnung, die aus der Aufstehung Jesu von den Toten herrührt und die uns auch die Hoffnung gibt, dass auch wir den Tod mit Christus besiegen werden und dass wir an seinem Wiederkommen teilhaben werden. Diesen Trost den wir erhalten, so sagt es Paulus, sollen wir auch weitergeben und mit unserem Nächsten teilen. Eingehend auf die Kerzenlichtern die vor dem Altar einen Fisch formten, sprach unser Vorsteher davon, dass er das christliche Symbol für die Worte Jesu an seine Jünger ist, dass sie Menschenfischer sein sollen. Menschenfischer zu sein bedeutet jedoch nicht jemanden einzufangen, sondern mit Netzen der Liebe ihre Herzen und Seelen gefangen zu nehmen um sie dadurch zu bewegen und zu berühren. Als der Gottesdienst sich dem Ende zuneigte war es bereits finster draußen geworden. Dabei wurde die Leuchtkraft der Kerzen erst richtig deutlich, die man bei Tageslicht kaum wahrnimmt. Unsere Leuchtkraft ist genauso, auch wenn wir sie in manchen Verhältnissen nicht wahrnehmen, sie ist vorhanden, darauf können wir vertrauen.

Umrahmt wurde der Gottesdienste nicht durch den Chor, sondern auch durch unser kleines Instrumentalensemble. Krönender Abschluss des Gottesdienstes waren zwei Gesangsvorträge unseres Jugend-Kinder-Chores.