Am Sonntag, dem 27. September 2026, feierten Christen verschiedener Konfessionen aus Ribnitz-Damgarten und Umgebung gemeinsam den diesjährigen Ökumenischen Stadtgottesdienst. Für unsere Gemeinde war es bereits die dritte Teilnahme an diesem besonderen Gottesdienst. Erstmals fand die Feier in der evangelisch-lutherischen St.-Bartholomäus-Kirche im Stadtteil Damgarten statt, die zugleich Gastgeber war, vertreten durch Pastor Andy Hoth.
Unter dem gemeinsamen Thema der Schöpfung und der damit verbundenen Verantwortung wurde der Gottesdienst zu einer vielfältigen Feier, in der unterschiedliche christliche Traditionen sichtbar wurden und zugleich das Verbindende im Mittelpunkt stand.
Insgesamt nahmen nach Angaben von Pastor Hoth 102 Erwachsene und 16 Kinder teil. Bereits das Glockengeläut und die Orgelmusik zum Auftakt stimmten auf den Gottesdienst ein. Nach der Begrüßung durch Pastor Hoth stellten sich die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Gemeinden kurz vor. Anschließend sang die Gemeinde gemeinsam „Geh aus, mein Herz“.
Es folgten die Lesung des 8. Psalms durch die Presbyterin Sybille Dally von der Evangelisch-reformierten Kirche Mecklenburg-Bützow sowie weitere gemeinsame Gesänge und Gebete. Mit „Danke für diesen guten Morgen“ erklang ein bekanntes Gloria-Lied, bevor Pastor Hoth das Kyrie-Gebet und den Kyrie-Gesang anstimmte. Pastorin Susanne Attula sprach anschließend das Tagesgebet.
Ein weiterer gemeinsamer musikalischer Moment war das Lied „Komm, bau ein Haus“. Danach wurden die Kinder zum Kindergottesdienst eingeladen. Gemeinsam mit Pastor Dominik de Bruijne und Gemeindepädagogin Doreen Zilch verließen sie das Kirchenschiff und beschäftigten sich im Pfarrhaus auf kreative und spielerische Weise mit dem Thema Schöpfung.
Im Gottesdienst selbst folgte die Lesung aus dem Matthäusevangelium Kapitel 6, die Verse 25 bis 34, vorgetragen von Elmar Koch aus der evangelisch-lutherischen Gemeinde Damgarten. Danach sang die Gemeinde das Glaubenslied „Wir glauben Gott im höchsten Thron“.
Die Predigt hielt die katholische Polizeiseelsorgerin Christina Innemann. Auf anschauliche und unterhaltsame Weise nahm sie die Gottesdienstbesucher mit in den Wald – beim gemeinsamen „In-die-Pilze-Gehen“. Dabei wurde deutlich, wie viel Freude und Staunen die Schöpfung Gottes schenken kann.
Gleichzeitig weitete Christina Innemann den Blick: Gottes Schöpfung besteht nicht allein aus Wäldern, Pflanzen und Tieren. Auch jeder Mensch ist Teil dieser Schöpfung. So wurde die Frage nach unserem Umgang mit der Natur mit der Frage nach unserem Umgang miteinander verbunden. Schöpfungsbewahrung bedeutet damit nicht nur, Tiere, Pflanzen und Lebensräume zu schützen, sondern auch den Mitmenschen mit Achtung und Wertschätzung zu begegnen.
Nach der Predigt wurde gemeinsam „Herr, gib mir Mut zum Brückenbau“ gesungen. Nach einigen Abkündigungen aus den beteiligten Gemeinden, bei denen unter anderem auf die bevorstehenden Erntedankgottesdienste hingewiesen wurde, folgte mit „Vertraut den neuen Wegen“ ein weiterer gemeinsamer Gesang.
Besonders schön war, dass sich bei den anschließenden Fürbitten auch die verschiedenen Traditionen unmittelbar miteinander verbanden. Priester Jörn Berneis und Priester Michael Welz brachten dabei Fürbitten aus unserer neuapostolischen Gemeinde ein. Außerdem sprachen Presbyterin Sybille Dally und Christina Innemann Fürbitten. Den Abschluss des Gottesdienstes bildeten das gemeinsame Vaterunser, der Segen durch Pastor Andy Hoth, ein dreifaches Amen und abschließende Orgelmusik.
Am Ausgang wurde anschließend für die Tafel gesammelt. Dabei kamen insgesamt 292 Euro zusammen. Die Kollekte ist ein schönes Zeichen dafür, dass der gemeinsame Gottesdienst nicht bei Worten stehenbleibt, sondern auch konkrete Unterstützung für Menschen in unserer Stadt ermöglicht.
Anschließend waren alle Gottesdienstbesucher zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Pfarrhaus eingeladen. Dort zeigte sich noch einmal ganz praktisch, wie lebendig ökumenische Gemeinschaft sein kann. Es gab reichlich Suppe und Kuchen, und das Pfarrhaus war schnell gut gefüllt.
Für einen kleinen humorvollen Moment bereits zu Beginn des Gottesdienstes sorgte die Frage, welche kulinarischen Beiträge die einzelnen Gemeinden mitgebracht hatten. Als deutlich wurde, dass sowohl in Damgarten als auch in Ribnitz eine Suppe vorbereitet worden war, konnte Priester Berneis augenzwinkernd feststellen: Heute habe man die Gelegenheit, „Ribnitz und Damgarten zu verkosten“. Die kleine Anmerkung sorgte für einige Lacher und passte gut zur entspannten Atmosphäre des anschließenden Beisammenseins.
Fast alle Teilnehmer blieben noch zum gemeinsamen Essen. Es entstanden viele gute Gespräche und ein lebendiger Austausch über die unterschiedlichen kirchlichen Traditionen. Dabei ging es weniger um Unterschiede oder theologische Diskussionen, sondern vielmehr um ein interessiertes und wertschätzendes Miteinander: Wie gestaltet ihr bestimmte Dinge? Was können wir voneinander lernen? Was hat sich bei euch bewährt?
Auch unsere Gemeinde durfte dabei erfahren, dass ihr Engagement und ihre Beiträge innerhalb des ökumenischen Miteinanders wahrgenommen und wertgeschätzt werden. So wurde beispielsweise der Begrüßungsdienst unserer Gemeinde als eine gute und nachahmenswerte Idee wahrgenommen.
Nach einem gemeinsamen Vormittag mit Gottesdienst, Begegnung, Essen und vielen Gesprächen endete der ökumenische Tag gegen 13 Uhr.
Der diesjährige Stadtgottesdienst hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd Begegnung auf Augenhöhe sein kann. Unterschiedliche kirchliche Traditionen müssen dabei nicht verschwinden. Im Gegenteil: Gerade im gegenseitigen Kennenlernen, im gemeinsamen Feiern und im offenen Austausch wird sichtbar, was Christen miteinander verbindet.
Für unsere Neuapostolische Gemeinde war es deshalb ein wertvoller und schöner Tag gelebter Ökumene.
Neuapostolische Kirche