Erntedank: Dankbar für Gottes Schöpfung und seine Verheißungen

Mit Gottesdienst und anschließender Gemeinschaft wurde das Erntedankfest festlich begangen.

Am Sonntag, 4. Oktober 2026, feierte unsre Gemeinde das Erntedankfest. 47 Gottesdienstteilnehmer, sowie 6 IPTV-Empfangstationen, kamen zusammen, um Gott für seine Schöpfung und für all das zu danken, was er uns schenkt und anvertraut.

Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Psalm 19,2 zugrunde:

„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.“

Priester Berneis leitete den Gottesdienst und stellte zu Beginn einen einfachen, aber grundlegenden Gedanken in den Mittelpunkt: Der Mensch hat nichts von dem geschaffen, was seine Lebensgrundlage bildet. Weder Sonne, Mond und Sterne noch die Erde, die Tier- und Pflanzenwelt oder die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die unser Leben ermöglichen, sind unser Werk. Selbst der Mensch hat sich nicht selbst geschaffen.

Gerade die Ordnung und das Zusammenspiel der Schöpfung können uns staunen lassen. Als Beispiel wurde unter anderem eine Sonnenfinsternis genannt: Dass ein solches Naturschauspiel überhaupt möglich ist, hängt auch damit zusammen, dass unser Mond die passende Größe und den passenden Abstand zur Erde hat. Der Mensch kann zwar beeindruckende Technik entwickeln – doch auch diese Technik nutzt Materialien aus der Erde und funktioniert nur innerhalb der bereits bestehenden Naturgesetze.

Die sichtbare Schöpfung ist jedoch nicht alles. Im Gottesdienst wurde auch auf die unsichtbare Schöpfung Gottes hingewiesen: auf Geist und Seele, auf das Himmelreich und das Totenreich und auf all das, was weit über das hinausgeht, was wir mit unseren Augen erfassen können.

Erntedank richtet unseren Blick deshalb nicht nur auf das, was wir heute sehen und genießen können. Wir dürfen Gott auch für die Hoffnung auf die neue Schöpfung danken. Sie mag für uns noch unbegreiflich und weit entfernt erscheinen. Dennoch ist sie eine Verheißung, auf die wir vertrauen und uns freuen dürfen.

Dabei muss der Gedanke an das Ende der gegenwärtigen Schöpfung keine Angst auslösen. Als Bild dafür diente ein altes Auto, an dem viele Erinnerungen hängen. Trotz aller emotionalen Verbundenheit würde man ein neues, besseres und geschenktes Auto nicht ablehnen, nur weil man am alten hängt. Ähnlich dürfen wir auf Gottes neue Schöpfung blicken: Wir kennen die jetzige Schöpfung und lieben vieles an ihr. Doch Gott verheißt uns etwas Neues und Vollkommenes.

Auch die weiteren Mitwirkenden, Priester Sonne und Diakonin Schmidt, griffen den Gedanken der freudigen und bewussten Dankbarkeit auf. Dank soll nicht nur eine höfliche Floskel sein. Vielmehr geht es darum, bewusst wahrzunehmen, wofür wir dankbar sein können: für Gottes Liebe, für Menschen, die uns sehen und trösten, dafür, dass wir nicht allein sind, für Gesundheit, Familie, Partnerschaft und vieles mehr.

Im Anschluss an den Gottesdienst blieben etliche Gemeindemitglieder zu einem gemeinsamen Mittagsbuffet. Wie bereits in den Vorjahren hatte Demskis Allerlei dafür wieder reichlich aufgetischt: Rindersauerbraten, Schweinebraten, Hähnchenkeulen, Kartoffelklöße, Kartoffelgratin, Serviettenknödel sowie Kürbis- und weiteres Herbstgemüse sorgten für ein vielfältiges und sehr gut angenommenes Essen.

Für einen kleinen „Kriminalfall“ sorgte anschließend der eigentlich vorgesehene Nachtisch. Der Pudding war verschwunden – zumindest schien es zunächst so. Im Kühlschrank war er nicht zu finden, auch sonst wusste niemand, wo er geblieben war. Die Lösung war schließlich denkbar einfach: Der Pudding war nicht verschwunden, sondern stand in einem anderen Kühlschrank an einem anderen Ort. Damit war der Fall aufgeklärt – und der Erntedank-Nachtisch wird am folgenden Sonntag nachgereicht.

Bei Essen und Gesprächen klang ein schöner Erntedanktag aus. Urlauber und Einheimische nutzten die Gelegenheit zum Austausch und zum persönlichen Miteinander. So wurde auch über den Gottesdienst hinaus deutlich, dass Dankbarkeit nicht nur ein Gedanke ist, sondern Gemeinschaft schafft und den Blick für das Gute im eigenen Leben schärfen kann.